Berechnen Sie die gefühlte Temperatur bei Wind – wichtig für die Sicherheit im Winter.
Leitfaden zur gefühlten Temperatur
What is wind chill?
Die gefühlte Temperatur (Windchill) ist die Temperatur, die ein Mensch durch das Zusammenwirken von Wind und kalter Luft empfindet. Wind entzieht der Hautoberfläche Wärme, sodass der Körper schneller auskühlt als bei Windstille. Deshalb fühlt es sich bei starkem Wind und niedrigen Temperaturen deutlich kälter an, als das Thermometer anzeigt.
Frostbite and hypothermia risk
Bei einer gefühlten Temperatur unter -27 °C besteht innerhalb weniger Minuten ein hohes Erfrierungsrisiko an unbedeckten Körperstellen. Meiden Sie dann den Aufenthalt im Freien. Wenn es sein muss, tragen Sie warme Handschuhe, eine ohrenbedeckende Mütze und schützen Sie das Gesicht. Unter -40 °C gefühlter Temperatur kann schon nach wenigen Minuten Unterkühlung eintreten – selbst in voller Bekleidung.
How to dress for cold weather?
Das Drei-Schichten-Prinzip ist entscheidend: eine feuchtigkeitsableitende Basisschicht (Thermounterwäsche), eine isolierende Schicht (Fleece, dünner Pullover) und eine winddichte Außenschicht. Denken Sie an eine warme Mütze – über den Kopf entweicht die meiste Wärme. Tragen Sie Fäustlinge statt Fingerhandschuhen, da einzeln umhüllte Finger schneller auskühlen. An die Füße gehören warme Socken und wasserdichte Schuhe.
When to stay indoors?
Gehen Sie bei einer gefühlten Temperatur unter -20 °C nur nach draußen, wenn es nötig ist. Müssen Sie hinaus, informieren Sie jemanden über Route und Rückkehrzeit. Sorgen Sie für ein voll geladenes Handy. Trinken Sie im Freien keinen Alkohol – er weitet die Blutgefäße und beschleunigt den Wärmeverlust des Körpers.
Den Wind von 40 auf 80 km/h zu verdoppeln kostet nur drei weitere Grad
Der Windchill steigt zunächst steil und hört dann fast auf. Die Formel potenziert die Windgeschwindigkeit mit 0,16, eine sehr flache Kurve: bei −10 °C kostet der Sprung von 5 auf 20 km/h 4,9 Grad, der von 40 bis hinauf auf 80 dagegen nur 3,2. Den größten Schaden richtet die erste Brise an, nicht der Sturm.
So wird gerechnet
- Wendet die Windchill-Formel von Environment Canada an, den in Nordamerika und Europa üblichen Standard.
- Gibt die gefühlte Temperatur aus, die über das Erfrierungsrisiko entscheidet, nicht der Thermometerwert.
- Ordnet das Ergebnis den anerkannten Expositionsschwellen zu.
T_wc = 13,12 + 0,6215T − 11,37V^0,16 + 0,3965T × V^0,16 T = Lufttemperatur in °C, V = Windgeschwindigkeit in km/h auf 10 m gültig bei 10 °C und darunter sowie über 4,8 km/h der Exponent 0,16 lässt den Effekt sättigen: eine Verdopplung von V multipliziert den Windterm nur mit 2^0,16 = 1,12
Rechenbeispiel
Lufttemperatur konstant bei −10 °C, mit steigender Windgeschwindigkeit.
- 5 km/h → gefühlt −12,9 °C
- 10 km/h → −15,3 °C
- 20 km/h → −17,9 °C
- 40 km/h → −20,8 °C
- 80 km/h → −24,0 °C
Die ersten 15 km/h Wind kosten 4,9 Grad. Die nächsten 60 km/h kosten 6,1. Eine Vervierfachung des Windes von 20 auf 80 bewirkt weniger als der erste Anstieg aus der Windstille, weil die Kurve so schnell abflacht, wie der Wind zunimmt.
Das Ergebnis lesen
- Windchill beschreibt, dass nackte Haut schneller Wärme verliert, nicht dass die Luft kälter wird. Wasser im Eimer bei −10 °C gefriert im Wind nicht schneller, und dem Automotor ist es gleichgültig — nur ungeschützte Haut und lebendes Gewebe spüren den Effekt.
- Die Formel setzt eine in zehn Metern gemessene Windgeschwindigkeit voraus, die Standardhöhe von Wetterstationen. Auf Gesichtshöhe weht es meist schwächer, der ausgewiesene Windchill ist also etwas härter als das, was man zwischen Häuserzeilen tatsächlich spürt.
- Für das Erfrierungsrisiko sind die Schwellen da. Bei etwa −27 °C Windchill kann ungeschützte Haut in rund 30 Minuten erfrieren; bei −40 °C sinkt das auf etwa 10 Minuten und unter −48 °C auf weniger als 5. Das sind die Zahlen, nach denen man handeln sollte.
- Über Kleidung sagt sie nichts, und Kleidung ist die Variable, die Sie steuern. Die Formel beschreibt nackte Haut, das Bedecken freier Stellen nimmt Sie also ganz von der Skala, statt Sie um ein paar Grad darauf zu verschieben.
Häufige Fragen
- Warum macht mehr Wind kaum noch einen Unterschied?
- Weil der Exponent 0,16 beträgt und nicht 1. Eine Verdopplung der Windgeschwindigkeit multipliziert den Windterm mit 2^0,16 = 1,12, also um 12%. Die warme Grenzschicht an der Haut wird schon von der ersten mäßigen Brise abgetragen, und für stärkeren Wind bleibt wenig übrig.
- Betrifft Windchill außer Menschen noch etwas?
- Nur Dinge, die wärmer als die Luft sind und Wärme an sie abgeben, also auch Tiere. Er kann nichts unter die tatsächliche Lufttemperatur kühlen — deshalb erreichen Rohre und geparkte Autos −10 °C und bleiben dort, ungeachtet des Windes.