Die Lesezeit rechnet mit 200 Wörtern pro Minute, die Sprechzeit mit 130 — die üblichen Werte für Artikel bzw. Vorträge.
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Jedes Werkzeug zählt Wörter etwas anders, und die Unterschiede sind größer als gedacht
Es gibt keine einheitliche Definition eines Wortes. Trennt man an Leerzeichen, ist „Hals-Nasen-Ohren-Arzt“ ein Wort; trennt man an Nicht-Buchstaben, sind es vier. Textverarbeitungen, Fachzeitschriften und Aufsatzgrenzen ziehen die Linie unterschiedlich — deshalb widersprechen sich zwei Zähler beim selben Absatz.
So wird gerechnet
- Zählt Wörter an Leerraumfolgen, sodass Bindestrichkomposita einmal zählen — wie in den meisten Textverarbeitungen.
- Nennt Zeichen mit und ohne Leerzeichen, da Grenzen mal so, mal so angegeben werden.
- Schätzt Lese- und Sprechzeit und listet die häufigsten Wörter, ohne gängige Füllwörter.
Wörter = Anzahl der durch Leerraum getrennten Folgen Zeichen = alle Codeeinheiten, inklusive Leerzeichen und Zeilenumbrüchen Sätze = Folgen, die auf . ! ? … enden, plus ein etwaiger Rest Absätze = Blöcke, getrennt durch eine Leerzeile Lesezeit = Wörter / 200 pro Minute Sprechzeit = Wörter / 130 pro Minute
Rechenbeispiel
Der Text: „The cat sat on the mat. The cat purred loudly, and the cat slept.“
- 14 durch Leerraum getrennte Folgen → 14 Wörter
- 66 Zeichen mit Leerzeichen, 53 ohne
- 2 Sätze, 1 Absatz
- Lesezeit = 14 / 200 × 60 ≈ 4 s
- am häufigsten: cat ×3, mat ×1 — „the“ und „and“ als Füllwörter gefiltert
Vierzehn Wörter nach der Leerraumregel. Ein Zähler, der auch an Satzzeichen trennt, käme hier auf dasselbe, würde aber beim ersten Bindestrich oder Gedankenstrich abweichen.
Das Ergebnis lesen
- Die 200 Wörter pro Minute sind ein üblicher Mittelwert für stilles Lesen normaler Prosa. Dichter Fachtext läuft langsamer, etwa 100–150 — nehmen Sie die Schätzung als Größenordnung.
- Die 130 Wörter pro Minute sind die übliche Empfehlung für Vorträge. Gesprächssprache ist schneller, näher an 150, aber ein Vortrag im Plauderton verliert meist den Saal.
- Die Häufigkeitsliste verwirft Wörter mit höchstens zwei Zeichen sowie eine Liste gängiger englischer Funktionswörter; sonst stünden dort immer nur „the“ und „of“.
- Nichts von dem, was Sie tippen oder einfügen, wird hochgeladen. Gezählt wird im Browser — relevant, wenn der Text unveröffentlicht oder vertraulich ist.
Häufige Fragen
- Warum nennt meine Textverarbeitung eine andere Zahl?
- Meist wegen Bindestrichen, Gedankenstrichen oder Zahlen. Manche Zähler sehen „einundzwanzig“ als zwei Wörter und „1.000“ als eines, andere genau umgekehrt. Bei harten Grenzen zählen Sie immer mit dem Werkzeug der Empfängerseite.
- Sind Leerzeichen in den Zeichen enthalten?
- Beide Werte werden angezeigt, weil Grenzen auf beide Arten angegeben werden. Soziale Plattformen und SMS zählen Leerzeichen fast immer mit; akademische Zeichengrenzen oft nicht.